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Den Frauentag begehen

Anhand des Frauentags wird erkennbar, wie Frauenbewegungen den öffentlichen Raum in Anspruch genommen und wie sich dessen Rituale entlang gesellschaftspolitischer Veränderungen entwickelt haben. In der Ersten Republik wurde der Frauentag im parteipolitischen Kontext begangen. Die Frauenorganisationen der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und der Kommunist_innen mobilisierten jährlich ihre Mitglieder und veranstalteten große öffentliche Aufmärsche. Zwischen 1945 und dem Ende der 1970er Jahre hatten die vom Bund kommunistischer Frauen Österreichs/KPÖ und den SPÖ-Frauen getragenen Frauentagsveranstaltungen ihre Hochblüte. Für beide Organisationen war der Frauentag — trotz der regelmäßig auftauchenden Frage, ob er noch Berechtigung habe — fixer Bestandteil des Festtagkalenders. Die Vorbereitungen fanden bereits im Herbst statt, Plakatmotive und Mottos wurden ausgewählt, internationale Gäste geladen, ein Programm erstellt, die Veranstaltung beworben, An- und Abfahrt, Unterkunft und Verpflegung für die Besucher_innen organisiert. Die Berichte über die Frauentagsveranstaltungen wurden schließlich bei der Mobilisierung für den kommenden Frauentag eingesetzt. In der Nachkriegszeit veranstaltete die SPÖ zentrale Frauentagsfeiern abwechselnd in verschiedenen Landeshauptstädten. Die zentralen Frauentagsfeiern der Nachkriegszeit waren Massenveranstaltungen, die den Teilnehmer_innen in den Mangeljahren die Möglichkeit zu Reisen boten. Ab Ende der 1950er Jahre verloren die Frauentagsfeiern an Bedeutung.

 

 
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VorschaubildAufruf der KPÖ 1925

VorschaubildFrauentagsspiel SPÖ 1952


VorschaubildFrauentagsspiel SPÖ 1952
VorschaubildGedicht zum Frauentagsspiel SPÖ 1952
VorschaubildFlyer 1980er Jahre
VorschaubildFrauentagalbum SPÖ 1949
VorschaubildFrauentagalbum SPÖ 1949
                 
VorschaubildZugfahrt zum Frauentag 1952
VorschaubildAbzeichen SPÖ 1952
VorschaubildProgrammheft SPÖ 1953
VorschaubildProgrammheft SPÖ 1950
VorschaubildTüchlein und Nadel SPÖ 1953
                 
                 
 
VorschaubildPlakat SPÖ 1955
VorschaubildDemonstration BDFÖ 1965
VorschaubildVeranstaltung BDFÖ 1974
 
Bis in die 1970er Jahre waren die Veranstalter_innen von Demonstrationen zum Frauentag darauf bedacht gewesen, dass die Aufmärsche geordnet abliefen: Es sollte gezeigt werden, dass die, die hier protestierten, ihre Sache diszipliniert und ernsthaft vertraten. Als die „autonome“ Frauenbewegung Ende der 1970er Jahre den Frauentag als Agitations- und Mobilisierungsanlass für sich entdeckte, forderte sie diese Tradition heraus: Provokante Aktion, die Ironie und Humor nicht ausschloss, war das Mittel der Wahl, um den Status quo in Frage zu stellen. Der „Frauentag“ sollte auch Spaß machen: Parties, Filmabende, Feste boten dafür ausreichend Gelegenheit.

Ab 1986 veranstaltete Johanna Dohnal als Staatssekretärin für allgemeine Frauenfragen im Bundeskanzleramt Tage der offenen Tür, in den 1990er Jahren lud sie als Frauenministerin verschiedene Frauenprojekte und Initiativen zu Frauenmessen in die Wiener Hofburg. Parallel dazu konnte kaum mehr ein Massenmedium am „Frauentag“ vorbeigehen: Radio, Fernsehen und Tageszeitungen veröffentlichten entsprechende Schwerpunkte, Specials und Programmleisten, die die Geschlechterdifferenz thematisierten.

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Vorschaubild
Mütze 1980er Jahre

VorschaubildFahne 1980er Jahre
VorschaubildDemonstration 1983
VorschaubildPlakat BDFÖ 1987
VorschaubildJohanna Dohnal 1991
VorschaubildPlakat 1992
VorschaubildPlakat 1990er Jahre
Vorschaubild Flyer 2008
VorschaubildMasken, Megaphon, 2000er Jahre
 
VorschaubildMehlstäuberinnen 1990er Jahre
VorschaubildDemonstration 2009
VorschaubildDemonstration 2009
VorschaubildDemonstration 2003
VorschaubildSticker Lila Tipp 2006
 
VorschaubildPostkarte Wiener grüne Frauen 2010

                 
                 

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